Blogartikel April 2017

Schneller wieder fit – Mikronährstoffe in der Reha nach Laufverletzungen

 

So eindeutig der internistische Nutzen des Laufsports ist, so häufig sind Laufverletzungen.

 

von DR. RONALD ECKER

 

Weitaus im Vordergrund stehen hier die Überlastungserscheinungen, Unfälle durch hohe Gewalteinwirkungen sind glücklicherweise seltener. Überlastungen entstehen immer dann, wenn die Gesamtbelastung die Belastbarkeit des Läufers längerfristig überschreitet.

 

Belastungsreduzierung, therapeutische Reizsetzungen, Optimierung der muskulären Stabilisierung und ein behutsamer Wiedereinstieg sind sicherlich die entscheidenden Faktoren. Aber auch die Mikronährstofftherapie kann zur Verkürzung des Trainingsausfalls beitragen.

 

ENZYME

Bei einer Verletzungen mit großflächiger Schwellung bzw. mit deutlichem Bluterguss – z. B. nach einem Umkipptrauma im Sprunggelenk – setze ich gerne “proteolytische Enzyme“ ein: Papain (Papaya-Frucht), Bromelain (Ananas) sowie die tierischen Enzyme Trypsin und Chymotrypsin werden in der systemischen Enzymtherapie eingesetzt. Sie wirken nicht wie Schmerzmittel (NSAR) entzündungshemmend, sondern immunmodulierend und entzündungsbeschleunigend. Viele Studien zeugen eindeutig von deren Effizienz.

 

HOMÖOPATHIE

Bei jedem Trauma kann die Regeneration homöopathisch unterstützt werden: Traumeel lokal als Creme/Gel oder in Tablettenform bzw. möglicherweise noch besser als örtliche Injektion, bei stärkerer Schwellung (Ödem) im Verletzungsbereich dann Lymphomyosot (Fa. Heel) bzw. Lymphdiaral (Fa. Pascoe). Natürlich ist dies eine einfache Form von Homöopathie, durch die Substanzmischung mit niedrigen bis mittleren Potenzen jedoch gut wirksam.

 

SPURENELEMENTE

Für die Neubildung von Bindegewebe und somit für die Heilungsprozesse wichtige “Kofaktoren“ sind die Spurenelemente Eisen und Zink – die Dosierung kann beim therapeutischen Zugang hoch sein, speziell bei der Eisengabe muss einmal eine Eisenspeicherkrankheit ausgeschlossen werden.

 

VITAMINE

Einen hohen Stellenwert hat Vitamin C: es wirkt entscheidend bei der Aktivierung der Aminosäuren Prolin und Lysin mit; diese sind wesentliche Bestandteile des Bindegewebes und für dessen strukturelle Stabilität essentiell. Die Einnahme von Vitamin C in Pulverform ist in Ordnung, ich bevorzuge allerdings die hochdosierte Gabe in Infusionsform (z. B. 15 g, 1 x pro Woche): nur dadurch werden therapeutisch hohe Gewebsspiegel erreicht (ich weiß, dass es hierbei verschiedene Meinungen gibt).

Sollten Verletzungen mit Knochenmarksödemen einhergehen, setze ich dann auch Vitamin D ein – ebenso in sehr hohen Dosen.

 

FAZIT

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass bei Verletzungen die Mikronährostoff-Therapie lediglich ein Teil des therapeutischen Gesamtkonzepts darstellt. Missen möchte ich diese effiziente Möglichkeit in der Rehabilitation nach Sportverletzungen nicht mehr!