Blogartikel Februar 2017

Mikronährstoffe im Sport – metabolic Tuning statt Doping

 

von DR. RONALD ECKER

 

Der menschliche Körper benötigt für ein reibungsloses Funktionieren aller Organe bestimmte Mengen an Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) sowie auch Aminosäuren und essentielle Fettsäuren.

 

Die genannten Substanzen kann der Körper nicht selbst produzieren, sie müssen somit zugeführt werden. Ein Mangel begünstigt die Entstehung von Krankheiten und Verletzungen, außerdem führt ein Defizit zur Leistungsminderung.

Die Orthomolekular-Medizin beschäftigt sich einerseits mit dem Ausgleich von Defiziten, idealerweise nach vorheriger Labordiagnostik – dies hat Relevanz für Sporttreibende. Andererseits werden hohe Dosen von Vitaminen und Mineralstoffen auch therapeutisch eingesetzt – bei verschiedenen Erkrankungen steht somit zusätzlich zur klassischen Schulmedizin eine effiziente nebenwirkungsarme Therapieoption zur Verfügung.

Jede sportliche Aktivität führt zu einer deutlichen Steigerung des Energiestoffwechsels und ist nicht nur mit einem erhöhten Bedarf an Makronährstoffen (Fett, Kohlenhydrate, Eiweiße) verbunden, sondern auch mit einem erhöhten Umsatz von Mikronährstoffen. So ist z. B. der komplexe Stoffwechselvorgang ´Energiebereitstellung aus Kohlenhydraten´ mit einer Reihe an von Katalysatoren (Enzymen) gelenkten biochemischen Reaktionen verbunden. Diese Enzyme benötigen direkt für ihre Funktion zahlreiche Mikronährstoffe.

Die gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen im Sport erfolgt aus mehreren Gründen:

  • Erhalt der Gesundheit des Sportlers
  • Unterstützung des Immunsystems, dadurch Vermeidung von krankheitsbedingten Ausfällen
  • Steigerung der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit
  • Förderung der Regenerationsfähigkeit
  • Verringerung des Risikos für Sportverletzungen

MAGNESIUM

Magnesium hat eine enorme Bedeutung – ganz speziell auch im Ausdauersport. Der Energiestoffwechsel jeder einzelnen Körperzelle ist von ausreichender Verfügbarkeit von Magnesium abhängig. Zudem spielt Magnesium eine zentrale Rolle bei der Regulation der Herzmuskelfunktion, der Muskelkontraktion sowie der Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen. Das ´Hochleistungsmineral´ macht uns widerstandfähiger gegen Stress und beugt einer zu schnellen Erschöpfung zellulärer Energiedepots vor. Viele andere Funktionen (Knochenstoffwechsel,…) können im Rahmen dieses Artikels gar nicht genannt werden.

Magnesiummangel tritt bei Sportlern häufig auf – je nach Studie werden Zahlen bis über

50 % genannt. Typische Symptome eines Magnesiummangels sind vorzeitige Ermüdung, Muskelschwäche, geringe Belastbarkeit, Neigung zu schmerzhaften Muskelkrämpfen, Muskelverhärtungen, verschlechterte Regeneration und Trainingsanpassung, Neigung zu Extraschlägen des Herzens.

Der Mineralstoff Magnesium befindet sich vornehmlich in den Zellen, eine Analyse des flüssigen Anteils des Blutes, des Serums, erfasst somit die Situation nicht. Den wirklichen Magnesium-Status der letzten Wochen kann man seriös nur mittels Vollblutanalyse testen.

Wenn man ein Magnesiumdefizit ausgleichen möchte, muss man hohe Dosen – z. B. 400–600 mg pro Tag langfristig zuführen, halbherzige Kuren über vier Wochen bringen wenig. Wenn der Mangel sehr stark ist, kann eine parenterale Zufuhr (über die Venen) für einige Tage sehr effizient sein. Die präventive Einnahme erfordert eine geringere Dosierung.

 

RICHTIGE EINNAHME

Wegen der besseren Verfügbarkeit eignen sich zur Supplementierung Magnesiumpräparate mit organischen Mangnesiumsalzen wie Mangesiumcitrat oder -gluconat. Es gibt auch Argumente, wieso ein Magnesiumpräparat mit einer Mischung aus verschiedenen Magnesiumsalzen Sinn macht! Ideal wäre folgendes Vorgehen: Mischen von Magnesiumcitrat-Pulver z. B. 400 mg in ½ l Wasser, langsam schluckweise über zwei Stunden trinken. Dies ist zwar mühsam und erfordert Disziplin, bewirkt jedoch die höchsten Resorptionsraten. Hochdosierte Magnesiumtabletten oder -kapseln führen zu einem raschen Anfluten des Mineralstoffs im Darm, ein mehr oder weniger großer Anteil kann dann eben nicht resorbiert werden und wird somit ausgeschieden.

Die häufigste Nebenwirkung von höherdosiertem Magnesium ist sicherlich der Durchfall, bei so manchen Menschen ist dies sogar erwünscht. Entweder man reduziert die Dosis oder man versucht, das Magnesium-Wasser noch langsamer zu konsumieren.

 

CONCLUSIO

Magnesium ist für den Laufsportler hinsichtlich Kosten-Nutzen-Rechnung das sicherlich effizienteste Nahrungsergänzungsmittel. Interessant ist das Wissen, ob man zu einem Mangel neigt (Laboranalyse) und somit entsprechend hoch dosieren ´muss´.